Technische Daten:
Max. Tiefe 31m
Min. Tiefe 18m
Länge: 126m
Breite: 18m
Tragfähigkeit: 9009 to
Besatzung: 39 Mann
Verluste: 9 Tote
Ladung: Kriegsmat.
Gesunken: 10.1941
Flagge: Britisch
Ursache: Treffer einer 2000kg Bombe
eines deutschen Heinkelbombers. |
Seit ihrer
Wiederentdeckung im Frühjahr 1991 zählt die Thistlegorm zu den
bekanntesten Wracks im roten Meer. Bis zu 15 Boote ankern an guten Tagen
an dieser Stelle. Heerscharen von Tauchern haben das Wrack inzwischen
zum Großteil geplündert.
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Die Thistlegorm hatte
Nachschub für die britischen Truppen in Nordafrika an Bord. Der Weg
durchs Mittelmeer wäre zu gefährlich gewesen so umschiffte man mit
16 weiteren
Schiffen den schwarzen Kontinen. Die Handelschiffe wurden mit
Kanonen u. Betonplatten zum Schutz vor Flieger MGs verstärkt. Die
Thistlgorm hatte auf ihrer Fahrt so manches in den Laderäumen.
Dampfloks u. dazugehörige Tenders, Schützenpanzer,
Transportfahrzeuge, Armeefahrzeuge,
160 Motorräder, Munition,
Flugzeugmotoren sowie Ersatztragflächen.
Die Thistlegorm lag
schon seit 10 Tagen im Suezkanal vor Anker. In der Nacht vom fünften
auf den sechsten Oktober starteten zwei Bomber des deutschen
Kampfgeschwaders einen Aufklärungsflug entlang der Sinaiküste.
Hierbei entdeckten sie den wartenden Konvoi. Im Tiefflug griff ein
Bomber die Thistlgorm an. Die Beiden Bomben trafen die Thistlgorm
hinter der Brücke. Die beiden unter Dampf stehenden Kessel
explodierten sofort und vergrößerten den Schaden erheblich. Ein Teil
der Besatzung sprang ins Wasser, der andere brachte sich mit
Rettungsbooten in Sicherheit. Die Thistlgorm sank in kürzester Zeit.
Britische Schiffe setzen beim Passieren
der Untergangstellen ihre Flagge zum Gruß. |
Heute liegt die
Thistlegorm mit dem Kiel in einer Tiefe von 33m auf Grund. Beginnt man
den Tauchgang am Bug, fällt zunächst die Winsch mit dem herunter
gelassenen Anker auf, sie wurde ja vor Anker liegend versenkt. Die
Spuren der Explosion sind deutlich zu erkennen. In den zwei offenen
Ladeluken stehen zwei Tankwaggons. Quer darüber herabgestürzte Ladebäume
und der vordere Lademast. Zwei wie Torpedos aussehende Geräte
entmagnetisierten das Schiff, damit die Thistlegorm kein Ziel für
Magnetminen war.
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Außenbord
stehen die beiden Kohletender der Lok. Am Boden der Laderäume
befinden sich die
Fahrzeuge zum Großteil Motorräder und LKWs sowie Flugzeugmotoren und
Generatoren. Die Spalier der Motorräder zählt zu den begehrtesten
Fotomotiven. Aufgebrochene Kisten beinhalten Haushaltsgeräte,
Gegenstände der Feldapotheke, Armeestiefel sowie verklumpte
Gewehrstapel. Das Mittschiff bildet den Abschluss des intakten
vorderen Schiffsabschnittes. Weichkorallen haben sich in den leeren
Kajüten angesiedelt. Zu den Besonderheiten gehören die Badewanne des
Kapitäns und der Herd in der Kombüse.
Hinter dem Schornstein beginnt das Chaos. Von der Thistlegorm ist
hier so gut wie nichts mehr zu erkennen. In diesen Trümmerfeld
liegen drei Panzer, zerfetzte Fahrzeuge, Munitionskisten, unzählige
großkalibrige Geschosse, Kartuschen und mit 400 kg bestückte M12
Grundminen.

Die beiden
Loks wurden durch die Explosion weggerissen. Eine liegt heute in 30m
tiefe ca.20m von der Thistlegorm backbords. Die andere in ca. 15m
Entfernung auf der Steuerbordseite. Beide befinden sich in sehr
schlechten Zustand. |
Schwierigkeiten:
Die Thistlegorm gehört zu
einem der meist betauchten Wracks im roten Meer. Die große Zahl an
Tauchern täuscht über die Gefahren eines Wracktauchgangs hinweg. Zum
einen verleiten die Attraktionen der Thistlegorm zum Verweilen ein, was
in Anbetracht der durchschnittlichen Tiefe von 20 Metern schnell zu
dekompressionspflichtigen Ausflügen führt. Zum anderen kann innerhalb
von wenigen Minuten auf kommende Strömung das Tauchen erheblich
erschweren.
Die Munition an Bord ist teilweise noch scharf!
Quelle: Wracktauchen im Roten Meer
Verlag: Stephanie Nagelschmied, Stuttgart
Vertrieb: Delius Klasnig Verlag, Bielefeld
Herausgeber: Dr. Friedrich Nagelschmied
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